Ein Kind wird geboren

Die lange Zeit des Wartens ist fast vorbei. Bald kommt das Baby auf die Welt. Mütter machen sich oft schon vorab sehr viele Gedanken. Was muss in die Kliniktasche? Worauf darf ich auf keinen Fall vergessen? Eine Liste wird erstellt und die Tasche rechtzeitig gepackt. Der Zeitpunkt der Geburt ist gekommen und die Eltern dürfen ihren kleinen Schatz endlich in den Armen halten. Nun ist es an der Zeit an die Rückbildung zu denken. Mamas Körper muss sich von der Geburt erholen und wieder in Form gebracht werden. Doch wann beginnt man mit Rückbildungsgymnastik und wie geht das überhaupt?

Kliniktasche, Krankenhaustasche

Rückt der Zeitpunkt des Entbindungstermins näher, werden viele werdende Mütter nervös. Sie machen sich Gedanken, welche Utensilien mit ins Krankenhaus genommen werden sollen. Welche Größe soll die Tasche haben und hab ich wohl nichts vergessen? Jede Frau befindet sich in der selben Situation. Hier wird aufgeklärt, was wirklich wichtig ist und was auf keinen Fall vergessen werden sollte.

Welche Tasche ist die richtige?

Viele Mütter machen sich Gedanken, um die richtige Wahl der Tasche. Diese sollte in erster Linie funktional sein. Während und nach der Geburt wird es der Mutter egal sein, welche Farbe die Tasche hat. Wichtig ist, auf die Größe zu achten. Daher ist es sinnvoll, zu Hause alles herzurichten, was man ins Krankenhaus mitnehmen möchte. Dementsprechend groß sollte dann die Tasche ausfallen. Viele werdende Mütter packen ihre Sachen und die Dinge für das Baby in zwei Taschen. Dies bringt einerseits den Vorteil, dass die Dinge nicht durcheinander kommen. Andererseits müssen zwei Taschen mit ins Krankenhaus genommen werden. Oft wird eine zu Hause vergessen.

Ein Koffer mit Rollen eignet sich ebenfalls sehr gut als Kliniktasche. Dieser bringt den Vorteil, dass er nicht getragen werden muss. Die werdende Mutter sollte, egal welche Tasche, generell nichts Schweres vor der Geburt tragen. Daher übernimmt die Begleitperson, meist der werdende Vater, das Tragen der Tasche oder des Koffers.

Eine einfache Reisetasche oder Sporttasche ist auch eine gute Möglichkeit, die von vielen Frauen genutzt wird. Diese weisen meist die perfekte Größe auf und können bequem getragen werden.
Egal, für welche Tasche man sich entscheidet – wichtig ist, dass alle wichtigen Dinge gepackt sind.

Was muss unbedingt mit?

Neben wichtiger Kleidung dürfen Hygieneartikel auf keinen Fall fehlen. Doch was braucht die werdende Mama, um sich auch im Kreißsaal wohlzufühlen?

Hygieneartikel

Meist stellen Krankenhäuser einige Hygieneartikel zur Verfügung, doch das ist nicht immer selbstverständlich. Viele Frauen bevorzugen die eigenen Hygieneartikel, daher sollten ein Duschgel und ein Haarshampoo unbedingt in die Kliniktasche. Auch die eigene Zahnbürste ist ein Muss. Kosmetika werden im Krankenhaus eher selten gebraucht, denn nach der Geburt haben die wenigsten Mütter Lust sich zu schminken und zu stylen.

Hier eine List der wichtigsten Hygieneartikel:

  • Duschgel
  • Bodylotion
  • Haarshampoo
  • Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Deo
  • Haarbürste und Haargummis bei langen Haaren

Es sollte darauf geachtet werden, nicht zu stark parfümierte Produkte zu verwenden. Das Baby möchte von Beginn an „seine“ Mama riechen. Dies stärkt auch die Bindung zwischen Mutter und Kind. 

Für Mama

Werdende Mütter machen sich aber nicht nur Gedanken, um Hygieneartikel, sondern brauchen auch einige andere Dinge. Natürlich sollten auch die wichtigsten Utensilien für den Kreißsaal eingepackt werden, damit sich die Frau wohlfühlen kann. Um sich wohlzufühlen, sollte die werdende Mama vorab noch einige Dinge erledigen.

  • Maniküre
  • Pediküre
  • Kosmetikbehandlung
  • Frisörbesuch

Man sollte bedenken, dass es nach der Geburt einige Wochen dauern wird, bis die Frau diese Dinge wieder machen kann. Daher lieber die Zeit nutzen und noch vor der Geburt einen Tag für die Schönheit einlegen. Schließlich will jede Frau gepflegt zur Geburt erscheinen.

Hier die Liste, mit den wichtigsten Dingen, die eine Frau für die Entbindung einpacken sollte:

  • bequeme Kleidung
  • Bademantel, denn oft befinden sich Toiletten außerhalb des Kreißsaals
  • Warme Socken, denn kalte Füße können die Wehen hemmen
  • Kontaktlinsen und Brille, falls benötigt
  • Lippenbalsam, denn die Lippen trocknen während der Geburt aus
  • Haargummi, vor allem bei langen Haaren
  • Trinkflasche und Strohhalm
  • Handy inklusive Ladegerät für die ersten Fotos direkt nach der Geburt
  • Rotes Handtuch: Studien zeigen, dass sich Babys beruhigen, ruhiger atmen und besser in der neuen Welt ankommen, wenn sie in ein rotes Handtuch gewickelt werden

Oft liest man, dass Frauen ihre Lieblingsmusik in den Kreißsaal mitnehmen sollen. Beruhigt dies eine Frau, ist es durchaus sinnvoll. Den meisten Frauen ist es aber völlig egal, ob oder welche Musik gespielt wird. Ebenso ist einer Frau während der Wehen egal, welche Farbe die Wand hat oder welches Essen angeboten wird. Im Kreißsaal ist jede Frau mit sich selbst beschäftigt und sollte sich nur auf die Dinge konzentrieren, die ihr gut tun. 

Für das Baby

Neben der Kleidung, die in einem anderen Kapitel genauer erläutert wird, gibt es einige weitere Dinge, die dem Baby im Krankenhaus keineswegs fehlen dürfen. Viele Paare vergessen, die Babyschale mitzunehmen. Dieser ist für den Heimweg aber unerlässlich. Haben schwangere Frauen ihrem Baby bereits während der Schwangerschaft die Spieluhr vorgespielt, sollte auch diese im Krankenhaus nicht fehlen. Eine eigene Kuscheldecke wird von vielen Frauen bevorzugt, obwohl die meisten Krankenhäuser diese zur Verfügung stellen. Ist sich eine werdende Mama sicher, nicht stillen zu wollen, können auch die eigenen Fläschchen eingepackt werden. Nicht jedes Krankenhaus verfügt über dieselbe Marke der Fläschchen. Auch Schnuller dürfen in der Kliniktasche nicht fehlen.

Für Papa

Männer werden oft ganz vergessen, bzw. vergessen Männer oft eine Tasche zu packen. Hat der Papa jedoch vor, die Tage gemeinsam mit seiner Familie im Krankenhaus zu verbringen, dürfen einige Dinge nicht fehlen.

  • Kleidung – sollte bequemen sein
  • Hausschuhe
  • Handy und Ladegerät
  • Hygieneartikel inklusive Rasierer

Dinge, die das Krankenhaus zur Verfügung stellt

Eine werdende Mama muss nicht alles einpacken, was sie tatsächlich braucht. Krankenhäuser stellen viele Dinge zur Verfügung, um Mutter und Kind den Aufenthalt so angenehm, wie möglich zu machen.

Folgende Dinge stellt das Krankenhaus:

  • Stillkissen (im Kreißsaal und im Zimmer)
  • Stilleinlagen
  • Speisen und Getränke während der Geburt und die Zeit danach
  • Damenbinden
  • Einmalunterhosen
  • Handtücher
  • Windeln
  • Kleidung für das Baby, falls die Mutter nicht die eigene Kleidung verwenden möchte
  • Föhn
  • Waschlappen
  • Milchnahrung für das Baby

Natürlich können all diese Dinge auch selbst mitgebracht werden, wenn die werdende Mutter dies wünscht. Es ist aber sinnvoll die Dinge aus dem Krankenhaus zu verwenden.

Dokumente

Eine Geburt bringt auch Aufgaben mit sich, die weniger mit dem Baby zu tun haben. Daher ist es sinnvoll einige Dokumente bereits mit ins Krankenhaus zu nehmen. Viele Krankenhäuser bieten den Service an, dass die wichtigsten Dokumente für das Baby bereits im Krankenhaus angefordert werden.

Dazu zählen:

  • Meldezettel
  • Geburtsurkunde
  • Staatsbürgerschaftsnachweis
  • Vaterschaftsbestätigung

Um diese Dokumente für das Baby anzufordern, werden meist folgende Dokumente von den Eltern benötigt:

  • Meldezettel
  • Staatsbürgerschaftsnachweis oder Reisepass
  • Geburtsurkunde
  • Vaterschaftsanerkennung

Ist die Frau noch nicht in der gewünschten Klinik angemeldet, muss eine Überweisung vom Facharzt mitgebracht werden. Dies kann man umgehen, indem man sich früh genug im Wunschkrankenhaus anmeldet. Dennoch sind wichtige Dokumente nicht zu vergessen:

  • Mutterpass
  • Versicherungskarte
  • Personalausweis

Neben diesen Dokumenten benötigt das Krankenhaus auch weitere Dokumente. Dies ist von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich, daher sollte vor Ort nachgefragt werden, welche Dokumente tatsächlich gebraucht werden.

Wann die Tasche packen?

Um einer entspannten Geburt entgegenzublicken, ist es sehr wichtig, dass die Tasche bereits früh genug gepackt wird. Egal, ob es sich um eine Spontangeburt oder um einen geplanten Kaiserschnitt handelt – die Tasche muss griffbereit sein. Laut Hebammen sollte die Tasche 4 bis 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin gepackt sein. Viele Mütter schreiben eine List, was alles mit muss, um nichts zu vergessen. Es macht durchaus Sinn, bereits 8 Wochen vor dem Geburtstermin mit dem Packen der Tasche zu beginnen. Auf diese Weise kommt kein Stress auf.

Das Packen der Tasche gegen Ende der Schwangerschaft ist für werdende Mütter ein wichtiges Ritual. Sie bekommen das Gefühl gut vorbereitet zu sein. Außerdem können sie auf diese Weise innerlich positiv gestimmt auf das Ende der Schwangerschaft blicken. Vielen Müttern gibt das Packen der Tasche ein Gefühl der Freude und lässt viele Sorgen verschwinden. Auch der Partner sollte sich an diesem Ritual beteiligen, sodass beide Partner gut auf die Geburt vorbereitet sind und mit einem guten Gefühl ins Krankenhaus fahren.

Die Kleidung

Grundsätzlich gilt, dass jede Frau zu viel einpackt. Dies ist nicht nur bei einer Reise der Fall, sondern auch beim Packen der Kliniktasche. Kleidung für Mama und Baby sind sehr wichtig, denn diese sollte funktional und bequem sein. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, Kleidung für das Baby vom Krankenhaus zu bekommen. Viele Mütter bevorzugen aber das eigene Gewand.

Kleidung für die Mama im Krankenhaus

Neben der Kleidung für den Kreißsaal sollten auch einige wichtige Kleidungsstücke für den Aufenthalt im Krankenhaus nicht fehlen. Hierbei sollte die Mama darauf achten, dass diese bequem ist. Die Kleidungsstücke, die vor der Schwangerschaft gepasst haben, sind auch einige Wochen nach der Geburt meist noch zu eng. Daher sollte eher zu Kleidung gegriffen werden, die auch während der Schwangerschaft getragen wurde.

  • mindestens 5 T-Shirts, besser Still-Shirts
  • bequemer Schlafanzug, der sich vorne öffnen lässt
  • Nachthemden, die sich vorne öffnen lassen
  • 2 Jogginghosen mit Gummizug
  • 3 Still-BH´s
  • mindestens 8 Slips
  • Socken
  • Hausschuhe
  • Bademantel

Die T-Shirts und Schlafanzüge sollten sich vorne öffnen lassen, falls du vorhast zu stillen. Dies ist praktischer, als wenn man immer das Shirt über den Bauch hochziehen muss. Jogginghosen sollten einen Gummizug besitzen. Nach einem Kaiserschnitt könnte eine zu enge Hose auf den Bauch drücken und auch nach einer Spontangeburt ist eine lockere Hose weitaus bequemer um den Bauch. Ebenso sollten die Slips locker sitzen und nicht einschnüren. Zu enge Slips wären sehr unbequem. Die Still-BH´s sollten zwei Nummern größer gekauft werden, als man vor der Schwangerschaft getragen hat. Ist der Milcheinschuss erst mal da, werden die Brüste praller. Ein zu kleiner BH kann zu einem Milchstau führen, der erhebliche Schmerzen mit sich bringt.

Kleidung für das Baby im Krankenhaus

Kleidung für das Baby wird auch im Krankenhaus zur Verfügung gestellt. Sollte die werdende Mama lieber das eigene Gewand verwenden, sollten folgende Kleidungsstücke nicht fehlen:

  • 5 Bodys
  • 5 Strampler
  • 5 Hemdchen oder Shirts
  • Söckchen
  • Mützchen
  • Handschuhe

Je nachdem, ob das Baby im Sommer oder im Winter auf die Welt kommt, ist unterschiedliche Kleidung einzupacken. Für Sommerbabys können kurze Bodys und Hemdchen eingepackt werden. Für Winterbabys sollten eher langärmelige Kleidungsstücke gewählt werden. Eine Mütze sollte in jedem Fall immer das Köpfchen des Babys schützen. Babys können die Temperatur noch nicht selbst halten und verlieren sehr viel Wärme über den Kopf.

Kleidung für den Heimweg

Natürlich benötigen Mutter und Kind auch Kleidung für den Weg nach Hause. Hier ist es abhängig, ob es Sommer oder Winter ist. Je nachdem werden unterschiedliche Kleidungsstücke benötigt.

Mama Baby
Hose, am besten einen Umstandshose Body
Shirt Hemdchen
Pullover Strampler
Jacke Handschuhe
Socken Mütze
Schuhe Söckchen
  Überjacke oder Schneeanzug

Meist verlässt die Mutter mit ihrem Baby das Krankenhaus nach etwa 5 Tagen. Zu dieser Zeit passt die Lieblingsjeans leider noch nicht. Daher ist es ratsam, eine Umstandshose oder weite Jogginghose für die Heimfahrt zu wählen. Ist es sehr kalt und daher eine Jacke erforderlich, sollte auch diese entsprechend groß gewählt werden. Der Bauch wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Daher ist es ratsam auch die Jacke, die während der Schwangerschaft getragen wurde, für die Heimreise zu verwenden.

Für das Baby darf die Babyschale nicht fehlen. Auch eine Decke sollte stets verwendet werden. Auch im Sommer ist es ratsam eine leichte Decke für die Heimreise zu benutzen. Um große Temperaturschwankungen zu vermeiden und die Babyhaut vor der Sonne zu schützen, sollte das Baby auch im Sommer mit langen Kleidungsstücken angezogen werden.

Die Rückbildung

Das Baby ist 9 Monate im Bauch der Frau herangewachsen. Dies hat nicht nur die Gebärmutter, sondern auch die Bauchmuskeln und den Beckenboden beansprucht. Nach der Geburt beginnt der Körper sich zurückzubilden. Dafür ist der Abfall der Hormone zuständig. Die Gebärmutter bildet sich von alleine wieder zurück, doch die Bauchmuskeln und der Beckenboden benötigen dafür gezielte Hilfe. Jedoch sollte nicht direkt nach der Geburt mit den Übungen begonnen werden. Je mehr Ruhe die Mutter direkt nach der Geburt hat, umso mehr Kraft und Ausdauer hat sie später, um die Übungen konsequent durchzuhalten. Schließlich dauert dir Rückbildung des Körpers mindestens genauso lange, wie auch die Schwangerschaft gedauert hat.

Was ist Rückbildung und was bewirk diese?

Während der Schwangerschaft werden die Bauchmuskeln und der Beckenboden sehr beansprucht. Die geraden Bauchmuskeln schieben sich auseinander und es kommt zu einem Spalt, der wenige Wochen nach der Geburt wieder verschwunden ist. Dies ist bei der Rückbildung zu beachten. Die Hebamme kontrolliert daher in wie weit die Bauchmuskeln bereits wieder in der ursprünglichen Position sind. Erst danach dürfen diese trainiert werden.

Der Beckenboden ist unter anderem wichtig für ein schönes Sexleben. Allein aus diesem Grund lohnt es sich, aktiv an der Rückbildung zu arbeiten. Der Beckenboden ist aber auch wichtig, um ein Absenken der Gebärmutter und der Harnblase zu verhindern. Er trägt die Organe der Frau und hält diese an Ort und Stelle.

Zur Rückbildung nach einer Schwangerschaft zählen:

  • Gebärmutter wird kleiner
  • Wundheilung setzt ein
  • Organe ordnen sich wieder an den ursprünglichen Platz

Diese wenigen Rückbildungen geschehen von ganz alleine, aufgrund des Hormonabfalls nach der Geburt. Der Beckenboden und die Bauchmuskeln, sowie auch die Rückenmuskeln müssen jedoch aktiv von außen wieder aufgebaut werden. Eine gute Bauchdecken- und Beckenbodenspannung hilft außerdem Rückenschmerzen vorzubeugen. Viele Frauen leiden nach der Geburt unter Rückenschmerzen, denn das Baby will oft getragen werden. Daher ist es sehr wichtig, dass Frauen die Rückbildung ernst nehmen und die Übungen konsequent ausüben.

Wann sollte mit Rückbildung begonnen werden?

Hier wird zwischen dem frühen und späten Wochenbett unterschieden. Das frühe Wochenbett beginnt direkt nach der Geburt und dauert 6-8 Wochen, je nach Art der Geburt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt das späte Wochenbett.

Einige wenige Übungen dürfen bereits im frühen Wochenbett durchgeführt werden. Hier werden 3 Übungen kurz erklärt.

Übung 1

  • auf die linke Seite legen und darauf achten, dass Kopf und Becken in einer Linie sind
  • Beine anwinkeln
  • linken Arm angewinkelt unter den Kopf
  • die rechte Hand zu einer Faust ballen und in Bauchhöhe auf die Unterlage stellen
  • beim Ausatmen das Schambein Richtung Nabel ziehen und After und Scheide anspannen
  • die Faust in die Unterlage drücken, erst locker, dann fester
  • die Bauchmuskeln spannen sich mit an und beginnen zu arbeiten
Übung 2

  • auf die linke Seite legen und darauf achten, dass Kopf und Becken in einer Linie sind
  • Beine anwinkeln
  • linken Arm angewinkelt unter den Kopf, der rechte Arm liegt entspannt am Körper
  • nun immer wieder die Beckenbodenmuskeln sanft anspannen und wieder entspannen (Gefühl, als würde man Urin zurückhalten)

Übung 3

  • den Vierfüßlerstand einnehmen, Knie leicht auseinander
  • nicht ins Hohlkreuz fallen (sehr wichtig)
  • während dem Ausatmen das Becken Richtung Nabel ziehen
  • gleichzeitig den Nabel zur Wirbelsäule hin ziehen
  • die linke Hand und das rechte Knie fest in die Unterlage stemmen
  • immer wieder anspannen und entspannen

Jede der Übungen sollte auf beiden Seiten mehrmals wiederholt werden. Zu Beginn sollten nur wenige Minuten trainiert werden. Es reicht aus, wenn eine Übung etwa 2 Minuten durchgeführt werden. Später die Zeit und die Intensität erhöhen.

Im späten Wochenbett können anspruchsvollere Übungen begonnen werden. Hierfür ist es wichtig, dass die Frau keinerlei Schmerzen oder Unwohlsein verspürt. Sollte das Kind durch einen Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sein, muss die Narbe vollkommen abgeheilt sein, bevor mit dem Training begonnen wird. Dies ist etwa 3-4 Wochen nach der Geburt der Fall. Ab diesem Zeitpunkt kann auch ein Rückbildungskurs besucht werden.

Auch für das späte Wochenbett werden hier 3 Übungen erklärt.

Übung 1

  • auf die linke Seite legen und den linken Arm unter den Kopf legen
  • der rechte Arm wird vor dem Körper abgestützt
  • beide Beine austrecken
  • beim Ausatmen den Bauch anspannen und das rechte Bein gestreckt nach oben heben, bis man zwischen den Oberschenkeln durchsehen kann
  • das Bein 6 Mal anheben und wieder absenken
  • kurze Pause und anschließend das rechte Bein nach vorne und hinten bewegen. Darauf achten, dass die Höhe des Beines gleichbleibt
  • um die Intensität zu erhöhen, kann man das Bein anschließend 6 Mal in eine Richtung und 6 Mal in die andere Richtung kreisen lassen

Übung 2

  • in Rückenlage auf eine Matte legen und die Arme unter dem Kopf verschränken
  • beide Beine im rechten Winkel anheben
  • nun abwechselnd die Beine ausstrecken und wieder anwinkeln
  • wichtig hierbei: das Bein immer beim Ausatmen strecken und den Nabel dabei nach innen ziehen
  • das Bein wird nur so weit gestreckt, solange der Bauchnabel drinnen bleibt
  • der Rücken darf sich nicht von der Matte abdrücken

Übung 3

  • gerade stehen, die Beine leicht gespreizt
  • beim Ausatmen den Nabel nach innen ziehen und den Po nach hinten wegdrücken (als würde man sich auf einen Sessel setzen)
  • die Arme nach hinten strecken
  • beim nächsten Ausatmen wieder aufstehen und die Arme nach vorne holen
  • wichtig: der Nabel muss nach innen gezogen bleiben und die Beinmuskeln müssen aktiviert werden

Auch hier gilt, dass immer beide Seiten trainiert werden sollen. Anfangs können 4-6 Wiederholung der Übungen durchgeführt werden. Später können die Zeit und die Intensität erhöht werden. Nach einem Kaiserschnitt sollte von einem Arzt das OK eingeholt werden, mit den Übungen zu beginnen. Treten Schmerzen oder Unwohlsein auf, die Übungen sofort beenden und einige Tage warten, bevor ein neuer Versuch gestartet wird.

Rückbildung im Krankenhaus

Bereits im Krankenhaus sollte mit den Rückbildungsübungen begonnen werden. In den meisten Krankenhäusern steht dafür eine Physiotherapeutin zur Verfügung. Diese besucht die frischgebackenen Mütter und zeigt ihnen die ersten Übungen. Wichtig ist, dass die Mutter konsequent dran bleibt und mehrmals täglich die Übungen durchführt. Mütter sollten die Chance wahrnehmen und sich helfen lassen, denn im Krankenhaus kann die Physiotherapeutin oder auch die Hebamme alle Fragen beantworten und darauf achten, ob die Übungen richtig ausgeführt werden.

Rückbildung zu Hause

Werden Mutter und Kind entlassen, sollten sie sich zu Hause Ruhe gönnen und die Zeit miteinander genießen. Natürlich sollten die gelernten Übungen vom Krankenhaus auch zu Hause weiter durchgeführt werden. Auch wenn die Frau in der ersten Zeit nach der Geburt nicht die Konsequenz aufbringt, ist es nie zu spät mit dem Training zu beginnen. Die Frau sollte sich alle zwei Tage 15 Minuten Zeit nehmen und die Übungen in Ruhe durchführen. Nach etwa 4 Wochen können intensivere Übungen begonnen werden. Auch die Zeit und die Intensität der Übungen können erhöht werden. Es zählt einzig und alleine die Konsequenz der Mutter.

Rückbildungskurse – wo und warum?

Viele Krankenhäuser bieten Rückbildungskurse an. Auch Hebammen und Physiotherapeuten können kontaktiert werden. Ein Kurs sollte frühestens 4 Wochen nach der Geburt besucht werden. Die Kursleiterin wird stets die Rektusdiastase (das Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln) kontrollieren. Erst wenn diese wieder in der richtigen Position sind, darf mit dem Training der Bauchmuskeln begonnen werden. Der Besuch eines Rückbildungskurses bringt einige Vorteile mit sich.

  • Hebamme kontrolliert Bauchmuskeln
  • Hebamme kann gezielte Übungen zeigen
  • Motivation ist größer
  • Konsequenz ist größer
  • Kurs macht Spaß und bringt gute Laune
  • es werden Kurse mit und ohne Babys angeboten
  • Frau kommt aus der Wohnung raus und trifft andere Frauen
  • Austausch mit Betroffenen

Auch im Wohlzimmer werden Rückbildungskurse angeboten. Die Termine dafür können hier nachgelesen werde: https://wohlzimmer.com/images/VEK.pdf

Es ist durchaus sinnvoll, einen Rückbildungskurs zu besuchen. Viele Frauen denken, sie schaffen das alleine, aber in der Gruppe macht es mehr Spaß. Eine frischgebackene Mama sollte sich stets vor Augen halten, dass der Beckenboden eine wichtige Funktion im Körper erfüllt. Er sollte daher nicht vernachlässigt werden. Schließlich ist eine gute Rückbildung die Garantie, dass der Beckenboden auch im hohen Alter noch so funktioniert, wie er sollte.

Welche Übungen sollten nicht gemacht werden?

Oft denken Frauen, dass es wichtig wäre, Sit-ups zu machen, um die Bauchmuskeln zu stärken. Dies sollte aber in jedem Fall unterlassen werden. Außerdem sind anstrengende Übungen generell zu vermeiden. Joggen, Gymnastik und Aerobic zählt ebenfalls zu den verbotenen Sportarten. Die frischgebackene Mutter sollte zumindest 4 Wochen keine schweren Lasten tragen und die Ruhe genießen. Das Tragen und Heben von hohem Gewicht belastet den Beckenboden sehr und die Rückbildung dauert noch länger. Nach einem Kaiserschnitt sollte 12 Wochen auf das Heben und Tragen verzichtet werden. Als Faustregel gilt: Die Lasten, die getragen werden, dürfen nicht schwerer sein als das Baby.